Mit Sport und gesunder Ernährung gegen erhöhtes Cholesterin
Wer seine erhöhten Bluttfettwerte senken möchte, hat viele Möglichkeiten. Das sind in erster Linie Ausdauersport und fettarme Ernährung. Dazu müssen Sie keine aufwendige Diät nachkochen, sondern einfach einige praktischen Küchentipps beachten. So bremst z. B. gesundes Pflanzencholesterin im Körper die Aufnahme von schädlichem tierischen Cholesterin.Im Überblick
Das A und O einer jeden Therapie von Fettstoffwechselstörungen lautet: gesunde Ernährung, d. h. wenige tierische Fette, viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Aber auch Sport kann zur Senkung der Blutfette beitragen. Einerseits, weil vermehrte Bewegung meistens mit einer Gewichtsreduktion einhergeht. Darüber hinaus wirkt Sport aber auch direkt auf die Blutfette: Körperliche Aktivität erhöht das gute HDL-Cholesterin und senkt das schlechte LDL-Cholesterin sowie die Triglyzeride. Außerdem vermehrt Sport die eiweißhaltige Köpermasse und fördert den Aufbau von Muskulatur. Auf diese Weise erhöht sich der Energieverbrauch, was die Triglyzeride und den Blutzucker senkt.
Sport in den Alltag integrieren
Wer unter einer Fettstoffwechselstörung leidet, sollte nach Rücksprache mit dem Arzt drei- bis viermal wöchentlich seine Ausdauer trainieren. Günstig sind Sportarten wie Fahrradfahren, Schwimmen, Joggen und Walking. Für Untrainierte empfiehlt es sich, langsam zu beginnen. Die richtige Pulsfrequenz ist abhängig vom Alter und den Vorerkrankungen. Damit die Motivation lange erhalten bleibt, ist es ratsam sich eine Sportart zu suchen, die Spaß bereitet und wenig Aufwand erfordert. Wichtig ist, sich realistisch einzuschätzen und sich nicht zu überfordern. Für mehr Bewegung sorgt oft schon der Verzicht auf Auto, Fahrstuhl und Rolltreppe. Über die maximal erlaubte Pulsfrequenz informiert Sie Ihr Arzt. Auch Kraftsportarten wirken sich günstig auf den Fettstoffwechsel aus. Es empfiehlt sich, sie in das wöchentliche Sportprogramm zu integrieren.
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Ein gesunder Lebensstil mit Sport und ohne Nikotin senkt das Cholesterin
Ernährungsexperten sind sich einig: Die Deutschen essen zu fett. Höchstens 70 bis 80 Gramm Fett pro Tag gilt als Faustregel - unabhängig davon, ob jemand unter erhöhtem Cholesterin, bzw. einer Fettstoffwechselstörung, leidet oder nicht. Von diesem Fett wiederum sollten maximal 20 % aus gesättigten, 60 % aus einfach ungesättigten, und 20 % aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestehen. Das bedeutet: Mit 20 Gramm Butter und Käse oder Wurst zum Frühstück ist der Bedarf an gesättigten Fettsäuren bereits gedeckt. Wer am Abend ein Steak essen möchte, greift deshalb zum Frühstück am besten zu Müsli oder zu Vollkornbrot dünn mit Butter – oder besser noch mit Margarine – und wenig süßer Marmelade oder Magerquark bestrichen.
Um das Cholesterin in Schach zu halten, sollten Sie Folgendes bei der Ernährung beachten:
- höchstens zwei- bis dreimal in der Woche Fleisch und Wurst essen: Denn allein durch Weglassen von Fleisch lässt sich die tägliche Zufuhr an Cholesterin oftmals auf unter 300 Milligramm/Tag senken.
- Butter und Schmand häufig durch Pflanzenfette ersetzen: Dadurch sinken das gefäßschädigende LDL-Cholesterin und die Triglyzeride.
Der Lebensstil beeinflusst den Fettstoffwechsel
Aber nicht nur der Fettkonsum beeinflusst das Cholesterin. Auch andere Lebensgewohnheiten spielen eine Rolle:
- Ein geringer Konsum von Zucker senkt die Triglyzeride
- Weniger Alkohol senkt die Triglyzeride
- Verzicht aufs Rauchen: Durch Nichtrauchen wird das schädliche LDL- Cholesterin ungefährlicher.
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Fleisch, Fisch oder Feldsalat – leben Vegetarier gesünder?
Noch immer gibt es hitzige Diskussionen über Vor- und Nachteile einer fleischlosen Ernährung. Da sind die demonstrativen Fleisch- und Fastfood-Konsumenten auf der einen und die Vegetarier auf der anderen Seite. Wer hat Recht? Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass die Wahrheit in der Mitte liegt. Tierische Lebensmittel enthalten vorwiegend gesättigte Fettsäuren, aus denen auch das Cholesterin zusammengesetzt ist. Gesättigte Fettsäuren werden anders als die ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren nicht so gut von unseren Leberzellen aufgenommen, da sie für den Aufbau der Zellwände und Hormone weniger geeignet sind. Überschüssige gesättigte Fettsäuren bleiben im Blut und lagern sich schließlich in der Gefäßwand ab. Die Ablagerungen, auch Plaques genannt, führen zu Gefäßverengungen. Mediziner bezeichnen diese Gefäßveränderungen als Arteriosklerose. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die in Pflanzenölen, Nüssen und Samen reichlich enthalten sind, verschwinden dagegen schneller aus dem Blut und sind deshalb weniger schädlich für die Gefäße.
Fisch schützt die Gefäße Gelegentlich Fleisch, Butter oder Käse in maßvollen Mengen zu essen, schadet jedoch nicht. Eisen und manche Eiweiße sind in Fleisch und tierischen Produkten reichlicher enthalten als in pflanzlichen. Gerade Kinder und Jugendliche brauchen für ihr Wachstum größere Mengen an Proteinen, Eisen und Kalzium. Diese sind leichter über eine gemischte Kost als eine rein vegetarische oder gar vegane Kost zu decken. Und wer als strikter Vegetarier auch keinen Fisch isst, enthält sich die cholesterinsenkenden und gefäßschützenden Omega-3-Fettsäuren vor. Fisch enthält viele Omega-Fettsäuren. Ernährungsexperten sind sich deshalb einig: Mindestens einmal in der Woche sollte Fisch auf dem Speiseplan stehen. Vegetarier nehmen andererseits meistens mehr Ballaststoffe, Vitamine und Spurenelemente zu sich als Fleischesser. Denn diese sind in Hülsenfrüchten und Gemüse in großen Mengen vorhanden.
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Übergewicht erhöht das Cholesterin
Essen Sie nur so viel, wie Ihr Körper wirklich braucht. Überschüssige Energieträger werden in der Leber zu Cholesterin und anderen Fetten umgewandelt. Fett wird in den Fettdepots eingelagert. Dies führt langfristig zu Arteriosklerose, denn das Cholesterin lagert sich in den Wänden der Arterien ab. Insbesondere fettreiche Nahrung führt schnell zu Übergewicht, denn Fett enthält sehr viele Kalorien im Vergleich zu Kohlenhydraten und Eiweiß.
So enthält ein Gramm
| Fett |
9 kcal (37 Kjoule) |
| Kohlenhydrat |
4 Kcal (17 Kjoule) |
| Eiweiß |
4 Kcal (17 Kjoule) |
| Alkohol |
7 kcal (30 Kjoule) |
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Wie lässt sich Übergewicht vermeiden? Prinzipiell gilt: Die Kalorienzufuhr darf den Kalorienverbrauch nicht überschreiten. Der Energiebedarf in Ruhe, auch Grundumsatz genannt, beträgt durchschnittlich
30 Kcal/kg/Tag oder 130 Kj/kg/Tag. Eine Frau, die 60 kg wiegt, hat also einen Grundumsatz von 1.800 Kcal. Bei körperlicher Anstrengung steigt der Energiebedarf. Er ist außerdem von Alter, Geschlecht, Größe und Aktivität abhängig. Leichte körperliche Aktivität erfordert zusätzlich ca. ein Drittel der Energie des Grundbedarfs. Die Kalorienzufuhr würde also insgesamt 40 Kcal/kg/Tag betragen. Für eine Frau mit 60 kg bedeutet dies eine Kalorienzufuhr von 2.400 Kcal.
Stimmt mein Gewicht? Body Mass Index und Bauchumfang liefern Anhaltspunkte
Ob Sie mehr Energie zu sich nehmen, als Sie benötigen, und Übergewicht haben, können Sie anhand des BMI (body mass index) feststellen. Er ist ein gutes objektives Maß für die Beurteilung des Körpergewichts und errechnet sich aus Körpergewicht in kg geteilt durch Körpergröße in m². Inzwischen halten viele Mediziner den Bauchumfang für aussagekräftiger, denn viel Bauchfett gilt als Risikofaktor für Fettstoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes, wie diverse Studien der letzten Jahre belegt haben. Das viszerale Fett - jenes also, das die Organe polstert - wird schneller freigesetzt, es erhöht das Blutfett deshalb eher als das Fett anderer Körperregionen. Aus diesem Grund auch gelten üppige Hüften und Oberschenkel - die Birnenform - als weniger bedenklich als ein massiger Bauch, d. h. die Apfelform. Das Risiko für Folgeerkrankungen ist bei einem Bauchumfang von über 80 cm bei Frauen und über 94 cm bei Männern erhöht und bei einem Bauchumfang von über 88 cm bei Frauen und über 102 cm bei Männern deutlich erhöht. Selbst erteilte Ess-Verbote und strikte Diätverordnungen helfen meistens wenig, um eine Überernährung und deren Folgen Übergewicht sowie zu hohes Cholesterin zu vermeiden. Hilfreicher ist, sich der eigenen Ernährung bewusster zu werden, Lebensgewohnheiten in Frage zu stellen und die allgemeinen Tipps der Ernährungswissenschaftler zu beherzigen.
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Das Problem der Ernährungsumstellung: Tipps für den Alltag
Die Ernährung und das Essverhalten umzustellen, scheint manchem Patienten mit Fettstoffwechselstörungen oder Übergewicht als unlösbare Aufgabe. Doch das muss es nicht sein. Kleine Tricks helfen bereits, sich gesünder und fettärmer zu ernähren:
- Essen sie langsam und kauen Sie jeden Bissen gründlich. Nach dem Essen stellt sich das Sättigungsgefühl erst nach etwa 30 Minuten ein. Viele Menschen spüren zu spät, wann sie satt sind und essen deshalb mehr als notwendig. Wer sich mit dem Essen Zeit lässt, empfindet früher ein Sättigungsgefühl.
- Bevorzugen Sie vollwertige und ballaststoffreiche Lebensmittel: Sie erfordern längeres, gründlicheres Kauen. So essen Sie automatisch weniger. Das ist nicht nur gut für ihre Cholesterin-Werte und ihr Körpergewicht. Das ausgiebige Kauen tut auch Ihren Zähnen gut.
- Braten in der Pfanne erfordert relativ viel Fett. Eine gute Alternative ist Grillen, Garen im Ofen, Dünsten oder Schmoren. Eine beschichtete Pfanne ist ebenfalls eine Möglichkeit, den Fettverbrauch zu reduzieren. Braten Sie am besten mit pflanzlichen Ölen wie Sonnenblumen- oder Rapsöl.
- Vorsicht vor Panierung: Sie saugt viel Fett auf. Bei vielen Lebensmitteln - wie bei der Panade, aber auch bei Fertiggerichten, Fastfood, Keksen, Nüssen und Kuchen - ist auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen, dass sie viel Fett enthalten. Ernährungswissenschaftler sprechen deshalb auch von versteckten Fetten.
- Die asiatische Küche ist durch die Vielfalt und Verwendung frischer Zutaten eine gesunde und schmackhafte Art der Ernährung. Kochen im Wok funktioniert am besten mit wenig hochwertigem Pflanzenöl, frischem Gemüse und kurzen Garzeiten.
- Ziehen Sie gelegentlich Graubrot dem Weißbrot vor. Noch besser: Vollkornbrot. Oder probieren Sie doch mal ein Brot ohne Weizenmehl, zum Beispiel Dinkel- oder Haferbrot.
- Reis, Nudeln (am besten in der Vollkornversion) oder Kartoffeln sind gute Kohlenhydrat-Lieferanten und eine Alternative zu Weißbrot. Sie enthalten Ballaststoffe. Kartoffeln sind zusätzlich reich an Vitamin C. Zur Orientierung: Eine kleine Portion Reis oder Nudeln entspricht zwei Scheiben Brot, eine kleine Portion Kartoffeln einer Scheibe Brot. Eine große Portion Reis oder Nudeln (in der Pizzeria oder beim Chinesen) entspricht vier bis fünf Scheiben Brot.
- Mögen Sie lieber weißen Reis oder Nudeln, können Sie die Ballaststoffe in Form von Gemüse oder Obst ergänzen.
- Ersetzen Sie Vollmilch durch fettreduzierte Milch, kaufen Sie den 30-prozentigen Käse anstelle des 60-prozentigen, wählen Sie fettarmen Natur-Joghurt statt Fruchtjoghurt und mischen Sie frisches Obst hinein. Entscheiden Sie sich für eine höhere Fettqualität. Greifen Sie zu Pflanzenölen oder Margarine anstatt zur „guten Butter“ oder Speck.
- Entscheiden Sie sich häufiger gegen Zucker: z.B. Saft, Limonade, Fruchtjoghurts, Süßigkeiten, Eis und Kuchen. Weniger und seltener Alkohol tut gut. Bier enthält weniger als die Hälfte der Kalorien als die gleiche Menge Wein.
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Eine Cholesterintabelle macht gesunde Ernährung leichter
Die Sorge, zu viel Cholesterin zu essen, sollte nicht zur fixen Idee werden. Es ist jedoch sinnvoll, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie viel Cholesterin wir mit den Nahrungsmitteln zu uns nehmen. Als Orientierung kann eine Übersicht über einige Nahrungsmittel und ihren jeweiligen Cholesteringehalt hilfreich sein. Als Anhaltswert sollten Sie darauf achten, nicht mehr als 300 mg Cholesterin pro Tag zu sich zu nehmen. Patienten mit familiären Fettstoffwechselstörungen sollten mit ihrem Arzt ermitteln, welches die für sie empfohlene maximale Cholesterinmenge ist.
Cholesterin-Tabelle.pdf
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Ballaststoffe senken Cholesterinwerte
Ballaststoffe wirken positiv auf den Cholesterinwert und folglich auch auf die Gefäße. Es gibt wasserlösliche Ballaststoffe und nicht lösliche Ballaststoffe.
Äpfel, Zitronen und Orangen können Cholesterin senken
Die wasserlöslichen Ballaststoffe regen den Darm zu intensiverer Bewegung (Peristaltik) an. Dadurch wird der Nahrungsbrei schneller durch den Darm transportiert, das Cholesterin wird nicht mehr so gut resorbiert und vermehrt ausgeschieden.
Zu den wasserlöslichen Ballaststoffen zählen z. B. Pflanzengummis, Psyllium aus Flohsamenschalen und Pektin. Besonders in Äpfeln und Zitrusfrüchten ist Pektin reichlich enthalten. 10 g Pektin täglich können den Cholesterinspiegel um rund 21 mg/dl senken. Allerdings ist es nicht leicht, auf natürlichem Weg größere Mengen Pektin zu sich zu nehmen: Ein Apfel enthält etwa 1 g Pektin. Es gibt Pektin auch in höherer Konzentration als Fertigprodukt. Wer einen CSE-Hemmer, ein lipidsenkendes Medikament, einnimmt, sollte jedoch vorsichtig sein, da Pektin-Fertigprodukte die Wirkung dieses Medikaments verringern können. Grundsätzlich empfiehlt es sich für Patienten mit Fettstoffwechselstörungen, den Arzt zu informieren, wenn sie ein Nahrungsergänzungsprodukt einnehmen.
Die nicht löslichen Ballaststoffe wie Zellulose, die z. B. in Haferflocken, Weizenkleie, Gemüse und Obst enthalten sind, senken ebenfalls das Cholesterin. Doch diese Wirkung ist nur auf indirektem Weg zu erklären: Wer reichlich Ballaststoffe verzehrt, isst in der Regel weniger Fett und nimmt somit weniger Cholesterin zu sich.
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Knoblauch, Phytosterin und Lezithin können das Cholesterin senken
Knoblauch ist mittlerweile in vielen Küchen eine häufig verwendete Zutat. Er ist schmackhaft, doch ist er auch ein Jungbrunnen für die Gefäße, wie so oft behauptet?
Die kleine weiße Knolle kann tatsächlich die Thrombozytenaggregation, sprich die Bildung von Blutgerinnseln, und Entzündungen hemmen. Außerdem senkt sie geringfügig den Blutdruck. Durch frischen Knoblauch lässt sich auch das Cholesterin um maximal 18 % reduzieren - jedoch erst bei Mengen von 15 bis 60 g pro Tag, das entspricht sieben bis 28 Knoblauchzehen.
Es gibt auch fertige Knoblauchzubereitungen, etwa Knoblauchkapseln. Einige Studien haben gezeigt, dass diese Produkte das schlechte LDL-Cholesterin geringfügig um 6,6 mg/dl senken können, bei gleichzeitiger Erhöhung des guten HDL-Cholesterins um 2,7 mg/dl. Die Studienergebnisse weichen teilweise jedoch stark voneinander ab. Experten sind sich noch nicht einig, ob und wie sinnvoll es ist, Knoblauchextrakte zu kaufen oder täglich große Mengen von Knoblauchzehen zu verzehren.
Pflanzenöl, Nüsse, Samen, Gemüse und Obst hemmen die Aufnahme von Cholesterin
Margarine und Milchprodukte werden in letzter Zeit immer häufiger mit Phytosterin, einer Art Pflanzen-Cholesterin, angereichert. Phytosterin, beziehungsweise das industriell hergestellte Beta-Sitosterin, kann nachweislich das Cholesterin senken. Der Grund ist seine enge Verwandtschaft mit dem normalen, in Fleisch und Milchprodukten enthaltenen Cholesterin. Die beiden Cholesterinarten konkurrieren um die Aufnahme von Gallensäure. Je mehr Phytosterine mit der Nahrung in den Darm gelangen, desto geringer die Chance für das normale Cholesterin, an Gallensäure gebunden und in die Leber aufgenommen zu werden. Es wird größtenteils ausgeschieden und kann so nur eingeschränkt seine gefäßschädigende Wirkung entfalten. Allerdings haben neuere Untersuchungen gezeigt, dass die pflanzlichen Sterine die Gefäßfunktion stören können und einen eher begünstigenden Einfluss auf die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen haben.
Cholesterin-Hemmer Lezithin ist enthalten in Bohnen, Linsen, Karotten, Knollensellerie, Fisch und Eigelb Lezithin enthält mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die die Bildung von Cholesterin in der Leber hemmen. Um eine deutliche Cholesterin-Senkung zu erreichen, sind große Mengen an Lezithin erforderlich. Lezithin wird deshalb auch als Nahrungsergänzungsprodukt in Form von Granulat oder Soft-Gel angeboten. Größere Mengen an Lezithin sind aber auch enthalten in:
- Fisch
- Hülsenfrüchten wie Bohnen oder Linsen
- Wurzelgemüse, etwa Karotten und Knollensellerie
- Eigelb
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Lezithin ist auch in Sojabohnen enthalten. Wer verarbeitete Sojabohnen-Produkte, wie Tofu und Sojamilch, zu sich nimmt, profitiert zugleich von der cholesterinsenkenden Wirkung des Sojaeiweißes. Dieses senkt den LDL-Cholesterinspiegel. Studien zeigen, dass die Senkung umso stärker ist, je höher das Cholesterin liegt. Vermutlich steigern die Sojaeiweiß-Aminosäuren die LDL-Rezptoraktivität in der Leber, sodass mehr LDL-Cholestrin, sprich schädliches Cholesterin, aus dem Blut ins Zellinnere gelangt. Das LDL-Cholesterin wird förmlich aus dem Verkehr gezogen und kann nicht mehr die Wände der Arterien schädigen. Soja verringert außerdem die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm.
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Karotin, hoch dosierte Vitamine und Aritschocken-Extrakt sind zur Cholesterin-Sekung nicht geeignet
Einigen Vitaminen wie Vitamin A, seine Vorstufe Beta-Karotin und Vitamin E wird nachgesagt, dass sie gefäßschützend wirken und das Arteriosklerose-Risiko verringern. In neueren amerikanischen Studien zeigt sich jedoch, dass Vitamin-A- und Vitamin-E-Präparate das Herzinfarkt-Risiko nicht senken. Karotin in hohen Dosen, über einen längeren Zeitraum eingenommen, lässt das Herzinfarkt-Risiko sogar geringfügig steigen. Eine hoch dosierte, zusätzliche Einnahme von Vitaminen ist also nicht sinnvoll. Eine gesunde und vitaminreiche Ernährung ist dagegen zu empfehlen: Bevölkerungsstudien haben gezeigt, dass Menschen, die sich vitaminreich ernähren, seltener unter Herzkrankheiten leiden. Zwar führten die Gesellschaftsgruppen mit geringerem Risiko insgesamt einen gesünderen Lebensstil: Sie ernährten sich ballaststoffreicher, vielseitiger sowie fettärmer und bewegten sich darüber hinaus mehr. Dennoch spielen Vitamine, die wir auf natürlichem Wege zu uns nehmen, für die Gefäße eine gewisse Rolle: Sie fangen freie, zellschädigende Radikale ab. Auf diese Weise schützen sie nicht nur das Immunsystem, sondern auch die Gefäßwände vor schädlichen Einflüssen.
Artischocken-Extrakt schützt offenbar nicht vor hohem Cholesterin
Artischocken-Extrakt hilft bei Verdauungsstörungen, denn es fördert den Gallenfluss. Diese Erkenntnis gilt als gesichert. Ob Artischocken-Extrakt auch den Cholesterinspiegel senken kann, ist jedoch umstritten. Die wenigen sorgfältigen Studien, die es zu diesem Thema gibt, konnten keinen bedeutenden lipidsenkenden Effekt nachweisen. Für ein endgültiges Urteil fehlen Untersuchungen, in denen Artischocken-Extrakt über einen längeren Zeitraum angewendet wird.
Kaffee hat keinen Einfluss auf den Cholesterinspiegel Kaffee erhöht das Cholesterin entgegen manchem Gerücht nicht. Lediglich der auf skandinavische Art zubereitete Kaffee soll einigen Studien zufolge das Cholesterin um bis zu 10 % erhöhen. Espresso und Filterkaffee gelten dagegen als bedenkenlos. Allerdings sollten Patienten mit Bluthochdruck nicht exzessiv Kaffee konsumieren, da er den Blutdruck steigen lässt, was - ebenso wie hohes Cholesterin - gefäßschädigend wirkt. Ein absoluter Kaffeeverzicht ist jedoch nicht notwendig.
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Ernährung und Cholesterin: Adressen
- Deutsches Ernährungsberatungs- und Informationsnetz (DEDInet)
Verbrauchernahe Erklärungen von Fettstoffwechselstörungen (Risiken, Diagnose, Therapie);
Empfehlungen zur Hypertriglyzeridämie und zur Hypercholesterinämie; Listen mit geeigneten Lebensmitteln
Internet: www.ernährung.de
- aid infodienst (Verbraucherschutz Ernährung Landwirtschaft)
Friedrich-Ebert-Straße 3
53177 Bonn
E-Mail: aid@aid.de
Internet: www.aid.de/
- Der aid bietet eine spezielle Seite über Lebensmittel an:
Was Wir Essen
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Quellen:
Welchen Einfluss hat die Ernährung auf die Lipide?, Anja Vogt, Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Pharm. Unserer Zeit, 2003.(6), Wiley-VCH Verlag, Weinheim
Lipidambulanz im Interdisziplinären Stoffwechselzentrum der Charite, Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen Thiessen, http://lipidambulanz.charite.de
Gerd Herold, Lehrbuch der Inneren Medizin, 2005, Kapitel: Stoffwechselstörungen
P. Schwandt, W. Richter, K. Pahofer, Handbuch der Fettstoffwechselstörungen, Schattauer Verlag, 2000
European Guidelines on CVD prevention, Third Joint European Societies Tasks Force on CVD Prevention in Clinical Practice, European Heart Journal (2003)24, 1601-1610
Werner O. Richter, Taschenbuch der Fettstoffwechselstörungen, Praktische Tipps und Therapie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2004
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